Kleines Wohnhaus
TypNeubau "Einfach Bauen"
Jahr2026
StandortOberpframmern
Das Prinzip „Einfach Bauen“
Eine Rückkehr zur Essenz des Bauens.
Dieses Haus folgt dem Gedanken des „Einfach Bauens“, einer Bauweise, die sich auf das Wesentliche konzentriert. Es ist eine bewusste Entscheidung gegen Überkonstruktion, gegen unnötige Komplexität und gegen das Bauen um des Bauens willen. Stattdessen geht es darum, mit möglichst wenigen, sinnvoll eingesetzten Materialien ein nachhaltiges, kosteneffizientes und dennoch ästhetisches Gebäude zu schaffen.
Das Gebäude ist als Holzrahmenbau konzipiert und konsequent auf das reduziert, was konstruktiv wirklich notwendig ist. Auch die Bodenplatte wird nicht wie üblich massiv aus Stahlbeton hergestellt, sondern als Holzkonstruktion ausgeführt. Das Gebäude ruht lediglich punktuell auf Fundamenten und einzelnen Stahlträgern. Dadurch wird der Einsatz von Beton auf ein Minimum reduziert und der Eingriff in den Boden so gering wie möglich gehalten.
Unter der Holzbodenplatte bleibt ein belüfteter Luftraum. Die Konstruktion ist vom Erdreich getrennt, Feuchtigkeit kann abtrocknen und auf eine massive Betonbodenplatte kann vollständig verzichtet werden. Gerade darin liegt ein wesentlicher Teil des ökologischen Gedankens. Weniger Material, weniger Beton und ein deutlich geringerer Eingriff in die bestehende Umwelt.
Gleichzeitig wird das Gebäude so konstruiert, dass seine einzelnen Bestandteile möglichst klar voneinander getrennt bleiben. Die Stahlträger liegen einzeln auf, die Holzkonstruktionen sind mechanisch gefügt und die unterschiedlichen Materialien werden nicht unnötig miteinander verbunden. Dadurch lässt sich das Gebäude später vergleichsweise einfach zurückbauen, trennen, wiederverwenden oder entsorgen.
Auf Stahlbeton und schwer voneinander lösbare Verbundkonstruktionen wird bewusst verzichtet.
Auch im Inneren setzt sich dieses Prinzip fort. Die Innenwände bestehen aus einfachen Holzelementen, die lediglich mit Fichten Dreischichtplatten beplankt werden. Kein Putz, keine zusätzlichen Vorsatzschalen, keine unnötigen Oberflächenaufbauten.
Das Material bleibt sichtbar und übernimmt gleichzeitig Konstruktion, Oberfläche und Gestaltung.
Dasselbe gilt für das Obergeschoss. Der Boden der Galerie besteht aus Querlagenholz, das zugleich tragende Konstruktion, fertiger Boden und sichtbare Deckenfläche ist. Zusätzliche Schichten und Verkleidungen werden auf das notwendige Minimum reduziert.
Wo ein Bauteil mehrere Funktionen übernehmen kann, soll es das auch tun.
Dieses Haus ist ein Plädoyer für das Einfache, für das Sinnvolle und für das Wesentliche. Nachhaltigkeit entsteht hier nicht durch immer mehr Technik oder immer komplexere Bauteilaufbauten, sondern vor allem durch das,
was nicht gebaut werden muss. Weniger Material, weniger Beton, weniger Schichten und weniger Eingriff in die Umwelt.
Es ist eine Architektur, deren Konstruktion verständlich und deren Materialien ehrlich bleiben und die sich am Ende ihres Lebens genauso selbstverständlich wieder auseinandernehmen lässt, wie sie gebaut wurde.










